Joshua Milton Blayi Evangelikaler Prediger oder Massenmörder?

Joshua Milton Blayis Geschichte ist eine jener Geschichten bei der man sich wünschen würde, dass sie sich als Fiktion herausstellt. Denn seine Geschichte und vor allem der heutige Umgang mit ihm lässt einen erschaudert zurück.

Aber wer ist Joshua Milton Blayis? Derzeit ist er ein evangelischer Wanderprediger der sich in den  Gebieten  Westafrikas dazu berufen fühlt die  Botschaft Jesus Christus zu verkünden. Damon Tarbor beschreibt ihn im New Yorker als jemanden dessen Kopf einer Kanonenkugel gleicht und der bei seinen Auftritten, meist in kleinen Kapellen mit Blechdach, mit beigen Shirt  und schwarzen Anzughosen vor seine Zuschauer tritt und dort über die Kraft der Vergebung und die Perfidie der Politiker schwadroniert, wenn er nicht gerade über sich selbst spricht und wie Damon Tabor schreibt darauf verweist, dass er bereits vor dem Südafrikanischen Parlament gesprochen hat. Ein afrikanischer Wanderprediger ist zugegebener Maßen noch nichts außergewöhnliches, dass ein solcher vor dem Parlament spricht schon eher. Was jedoch Joshua Milton Blayis Geschichte besonders macht, ist sein Werdegang,  denn die meisten Menschen in Westafrika kennen ihn noch unter seinem  Alias General Butt Naked.

1979 führte die Anhebung des Preises für Reis in Liberia zu Landesweiten Demonstrationen und Unruhen, darauf folgend wurde in den 1980 Jahren die Regierung unter William R. Tolbert junior mit einem Militärputsch gestürzt und Samuel K. Doe übernahm die Macht. Damit begann eine 20 Jahre Phase von politischer Instabilität und zahlreichen Konflikten. Wie Tarbor schreibt behauptet Blayi ein spiritueller Führer Samuel K. Does gewesen zu sein und ihm mit Hexerei zur Seite gestanden habe, Tarbor verweist dabei darauf, dass sie wohl bei den ersten darauffolgenden Wahlen nach dem Militärputsch die Wahlzettel der Gegenkandidaten verbrannt haben. Zwischen den Achtziger und Neunziger Jahren kam es zu mehren gewalttätigen Konflikten unter anderem griff Charles Taylor 1989 von der Elfenbeinküste mit einer 100 Mann starken Miliz her an und das Land versank im Bürgerkrieg. 1996 kam es zu einem Waffenstillstand und Charles Taylor wurde im darauffolgenden Jahr gewählt. 1999 griff erneut eine Rebellengruppe an, diesmal aus Guinea, was zu einer zweiten Unruhe führte die bis 2003 währte als Taylor gestürzt wurde.

In den 1990 Jahren waren die meisten Gebiete Liberias  von rivalisierenden Rebellengruppen beherrscht. Die Rebellenführen gaben sich seltsame und kuriose Namen unter anderem General Mosquito und sein Kontrahent General Mosquito Spray der Name Mosquito mag für einen Europäer nicht sonderlich erschreckend klingen jedoch sei darauf verwiesen das Mosquitos zu den tödlichsten Tieren überhaut zählen, laut der WHO sind alleine im Jahr 2015 438 000 Menschen an Malaria gestorben 2000 waren es noch 839 000, weitere Namen wären noch General Chuck Norris, One-Foot Devil und zu guter Letzt General Butt Naked mit seinem bürgerlichen Namen Joshua Milton Blayi. Der Spitznamen Butt Naked beruht darauf, dass Blayi mit seinen Rebellen, die meist Kindersoldaten waren, nackt in den Kampf zog. Das nackt Kämpfen war Teil eines  Rituals, bei dem sie bevor sie in den Kampf zogen jedes Mal ein Kind entführten und dies rituell ermordeten um darauffolgend das Blut des Kindes zu trinken um damit  im Kampf unverwundbar zu sein. Die Verbrechen die Blayi begangen haben muss sind nicht wirklich klar zu benennen, denn das was sich findet stammt meist von Blayi selbst und von öffentlicher Seite scheint es nicht allzu viel  Interesse zu geben  dies zu ändern. Es wurde zwar eine Kommission zur Aufarbeitung der Konflikte eingerichtet bei der Blayi der erste befragte Warlord war, in dem er dann auch zu Protokoll gab dass er schätze, dass er mindestens für den Tod von 20 000 Menschen verantwortlich sei auch wurden zuvor  Zeugen befragt, einer davon  gab an wie er Butt Naked nackt auf einem LKW stehen sah mit einer Maschinenpistole in der einen Hand und den abgetrennten Genitalen eines Opfers in der anderen.  All dies wurde geschildert aber Blayi sitzt nicht im Gefängnis sondern führt ein recht gutes Leben als Wanderprediger und Autor mittlerweile hat er fünf Bücher veröffentlicht in denen er zum Besten gibt wie er vom Saulus zum Paulus wurde. Abschließend bleibt zu hoffen, dass sich irgendwann die Vernunft durchsetzt und Blayi für seine Verbrechen verurteilt wird, alleine der Angehörigen seiner Opfer wegen aber es sieht derzeit nicht danach aus, dass sich irgendetwas in diese Richtung bewegt oder vielleicht sollt ich diesen Text  mit dem Ausspruch eines  Kommissionsmitgliedes enden lassen der Blayi bei der Anhörung darauf ansprach, dass er offenbar große Führungsqualitäten besitze.

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