der Kongo Konflikt Unabhängigkeit und Zaire erster Teil 1960 -1996

Die Geschichte des Kongos ist geprägt von exzessiver Gewalt und ich werde mich in dieser mehrteiligen Kolumne dieser Geschichte widmen.

Beginnen möchte ich mit der Geschichte des Kongo Konfliktes, ab der Unabhängigkeit von Belgien in den 1960 Jahren. Die Lossagung von Belgien schuf große Hoffnung und man erhoffte sich eine Wiedergeburt des Kongo. Diese Hoffnung sollte alsbald weichen unter der brutalen Hand Mobutu Sese Seko der sich in Leoparden Häute hüllte und afrikanischen Nationalismus frönte, der das Land in Zaire umbenannte und es Jahrzehnte durch Korruption in den Abgrund führte.

Kightlinger, Jack E. (https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Mobutu_Nixon.gif#filelinks), „Mobutu Nixon“, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons: https://commons.wikimedia.org/wiki/Template:PD-US
Kightlinger, Jack E. (https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Mobutu_Nixon.gif#filelinks), „Mobutu Nixon“, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons: https://commons.wikimedia.org/wiki/Template:PD-US

Mobutu Seko Seko sah seine Aufgabe wohl darin, sich und die Seinen zu bereichern, während die Bevölkerung immer ärmer wurde und die Infrastruktur des Landes immer weiter zu zerfallen begann. Der Zusammenbruch von Straßen führte in den 70 und 80 Jahren zusehends dazu, dass sich Zaire in Stadt Staaten aufzusplittern begann. Aber nicht nur die Straßen begannen zu bröckeln, auch das Justizsystem verschwand und es etablierten sich aus der Notwendigkeit heraus wieder traditionelle Gerichte.  Hospitälern quer durch Zaire fehlte das Notwendigste und sie wurden dem Tod überlassen, die Patienten kamen vornehmlich, um zu sterben, denn Medikamente gab es nicht. In den 1990 Jahren begannen die letzten Jahre des Diktatoren Mobuto und die Bevölkerung wünschte sich alsbald, dass der Kleptokrat verschwand, denn schlimmer als unter Seko Seko konnte es nicht werden. Doch dann kamen die Ruander und eine Zeit von Krieg und Massensterben brach an. Dies führte dazu, dass sich die Kräfteverhältnisse in den zentralafrikanischen Staaten verschoben und das kleine Ruanda nicht mehr wie zuvor als rückständig belächelt wurde, sondern gefürchtet. Die Wurzel des Konfliktes liegt in der Ermordung des ruandischen Präsidenten Juvenal Habyarimana im April 1994. Was wiederum darin resultierte, dass Huto Extremisten an die Macht kamen und 800 000 Tutsis ermordeten und somit den letzten Genozid des 20 Jahrhunderts begangen hatten. Bei den Ermordeten des Huto Regimes, handelte es sich vornehmlich um unbewaffnete Zivilisten, denn gegen die Tutsi Rebellengruppe „RPF“ (Rwandan Patriotic Front) unter Paul Kagame hatten sie keine Chance und so wurde das Regime gestürzt und eine Million Hutus flohen nach Rwanda aus Angst vor Vergeltungsschlägen wegen des begangenen Genozids. Auf der Flucht starben zehntausende von ihnen an Cholera auf dem desolaten Vulkangestein rund um Goma und es füllten sich Massengräber mit Frauen Kindern und älteren Menschen. Dies könnte das Ende eines schrecklichen Konfliktes sein doch mit den Zivilisten, die in die Flüchtlingslager an der ruandischen Grenze strömten kamen auch ihre politischen Führer, besiegte Soldaten und Huto- Milizen die Interhamwe also diejenigen die aktiv am Genozid in Ruanda beteiligt waren. Auch die Vereinten Nationen spielten einen nicht unerheblichen Teil im Elend dieses Konfliktes. Die fatale Entscheidung der UNHCR den Hutu Extremisten die Führung der Flüchtlingslager zu überlassen, was jenen den Zugang zur Nahrungsausgabe gab und daraus folgend sich die Flüchtlingslager immer mehr zu Miliz Lagern entwickelten. Daraufhin konnten sie den Kampf gegen die neue Regierung, vor allem in der Hauptstadt Kigali, in Ruanda fortsetzen. Die Extremisten infiltrierten Ruanda, legten Minen ermordeten wahllos Tutsis und rekrutierten unter Zwang junge Huto Männer zu ihrer Miliz. Zwei Jahre später, 1996, entschied sich Ruanda, dass sie die genozidale Bedrohung, die von den Lagern ausging, nicht länger hinnehmen könnten und so griffen sie an. Das Tutsi dominierte Militär kesselte die Flüchtlingslager ein und trieb hunderttausende über die Grenze nach Zaire. Die meisten von jenen die Heimkehrten blieben verschont, doch jene die in Zaire blieben von denen es sich meist um ehemalige Soldaten und Milizen mit ihren Familien handelte wurden oft auf das brutalste massakriert und die Massengräber füllten sich mit ihren Leichen. Auch jene die weit in das Landesinnere flüchteten waren von den Angriffen der ruandischen Armee nicht verschont. Die ruandische Armee rückte immer weiter nach Zaire vor und im Mai 1997 erreichten sie die Hauptstadt Kinshasa und es war das Ende Mubutos eingeläutet, der nicht begreifen konnte wie das kleine Ruanda ihm so gefährlich werden konnte und sein monolithisches Regime zu bedrohen begann, auch hatte er den Willen vieler Tutsies den Genozid ihrer Brüder und Schwester zu rächen unterschätzt. Hinzukommend hat Mobuto auch die Zeichen der Zeit falsch gedeutet und die veränderte weltpolitische Lage nicht verstanden, dass mit dem Ende des Kalten Krieges auch die Unterstützung für sein Regime durch Frankreich und die USA fiel und ihm nur noch die Flucht blieb.  Woraufhin Ruanda, Laurent Kabila an seine Stelle setzte der als eines seiner erstes Amtshandlungen, Zaire wieder in Demokratische Republik Kongo umbenannte.

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